#3 MUTMODUS - Warum Frauen ihre Wut verlernen

Shownotes

3 MUTMODUS - Warum Frauen ihre Wut verlernen

In dieser Folge sprechen wir über ein Gefühl, das viele Frauen schon als Kinder gelernt haben zu unterdrücken: Wut. Vielleicht kennst du Sätze wie „Stell dich nicht so an.“, „Reg dich doch nicht so auf.“ oder „Sei nicht so empfindlich.“Was harmlos klingt, kann uns ein Leben lang begleiten. Denn viele von uns haben früh gelernt, dass Wut unerwünscht ist und dass wir lieber funktionieren, Rücksicht nehmen und unsere Gefühle herunterschlucken.

Ich erzähle dir, warum ich jahrelang geglaubt habe, für die Gefühle anderer verantwortlich zu sein, weshalb meine Wut oft als Tränen herauskam und wie sehr gesellschaftliche Erwartungen unser Verhältnis zu diesem Gefühl prägen.

Außerdem sprechen wir darüber, warum unterdrückte Wut nicht einfach verschwindet, sondern sich ihren Weg sucht – körperlich und emotional. Und warum es so wichtig ist, Wut nicht länger als Schwäche oder Problem zu sehen, sondern als einen wertvollen Hinweis darauf, dass etwas für uns nicht stimmt.

Diese Folge ist eine Einladung, deiner Wut mit mehr Verständnis zu begegnen, ihr Raum zu geben und sie nicht länger gegen dich selbst zu richten. Denn Wut macht dich nicht schwierig. Sie zeigt dir, wo deine Grenzen liegen und wofür es sich lohnt, einzustehen.

Deine Simone

Insta: @mut_modus

Transkript anzeigen

00:00:10: Stell dich nicht so an!

00:00:12: Sei doch nicht so empfindlich, da brauchst du dich gar nicht aufzuregen.

00:00:16: Kennst du solche Sätze?

00:00:18: Meine Liebe ich wette Du hast sie öfter gehört als dir bewusst ist.

00:00:22: und weißt du was diese Sätze eigentlich mit uns machen?

00:00:25: Sie haben uns beigebracht dass Wut ein Problem ist das wir sie lieber runterschlucken oder wegatmen sollten oder den Raum verlassen sollten.

00:00:32: Und Ich möchte Dir heute sagen und mir auch unsere Wut war nie das Problem.

00:00:38: Das Problem ist, dass wir irgendwann aufgehört haben sie zu fühlen und auszudrücken.

00:00:43: Herzlich willkommen bei Moodmodus meinem Podcast für mutige Frauen- und Macherin Wiedig!

00:00:48: Und ja heute geht es um ein Gefühl das ich lange lange Jahre verloren habe und was vielleicht auch andere Frauen früh verlernt haben nämlich Wut.

00:00:59: Ich, wenn übrigens Simone, bin mit der jungen Fortjahre, lebe in einer Patchwork-Familie.

00:01:03: Hab einen neurodivagenten Teeny, zwei Hunde und arbeite als freiberuflich selbstständig im Bildungsbereich.

00:01:09: Ich hab vor fast über sechs Jahren die Alltagsheldenakademie gegründet und da bringe ich Kinder an Jugendlichen und Jungen Erwachsenen bei Grenzen zu setzen, nein zu sagen für sich einzustehen, innerlich stark zu sein.

00:01:24: und wenn ich ganz ehrlich bin.

00:01:26: Ich habe viele von diesen Trainingskursen und auch Coachings immer ein Stückchen für mich selbst gemacht weil ich... Und ich glaube das geht vielen vorn und so nicht so wirklich gelernt habe für mich einzustehn, grenzend zu setzten und auch wütend zu sein, wenn es nötig ist, wenn ich einfach wütnd war!

00:01:42: Und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen.

00:01:45: und die erste Erinnerung, hat, da war ich vielleicht gerade am Ende des Kindergarten.

00:01:53: Ich weiß es nicht mehr ganz genau und ich weiß auch nicht mehr worum's ging aber ich weiß dass ich richtig krass wütend war wahrscheinlich sowas monströses wie ich musste ins Bett gehen oder mir die Zehne putzen, ich habe keine Ahnung.

00:02:06: auf jeden Fall kam ich mir sehr ungerecht behandelt vor, ich war wütend richtig sauer.

00:02:11: Ich habe geschimpft, ich hab geflucht und mit dem Fuß gestampft so wie kleine Kinder das eben machen wenn ihnen gerade die Welt explodiert.

00:02:18: und während ich da meinen Wutausbruch hatte, kam meine Mama ins Zimmer.

00:02:25: Sie stand vor mir und sie hat geweint.

00:02:27: Und ich weiß nicht mehr genau, was ich gesagt hatte, aber es hatte sie augenscheinlich sehr verletzt.

00:02:33: In diesem Moment als kleines Kind schon habe ich etwas gelernt, das mich Jahrzehnte wirklich begleitet hat.

00:02:39: Nämlich dass ich verantwortlich dafür bin wie es anderen geht und dass meine Gefühle Menschen verletzen können also dass sich lieber aufpassen sollte, was Ich fühle und vor allem Wie viel ich davon zeige?

00:02:50: Ich hab mich nämlich schuldig gefühlt Als kind Und ich glaube, diese oder vielleicht eine ähnliche Szene kennst du auch.

00:02:57: Vielleicht nicht mit deiner Mama?

00:02:58: Oder vielleicht war es auch nur so ein Satz?

00:03:00: Brauchst du dich doch nicht anzustellen, regt dich nicht auf?

00:03:04: Kommt ihr das bekannt vor?

00:03:05: Diese Sätze klingen ja harmlos und irgendwie fürsorglich aber was sie eigentlich sagen ist dein Gefühl Du bist grad zu viel und das macht dich kleiner.

00:03:16: Und ich habe zugehört, wir haben zugehört, Wir haben gelernt und wir haben uns ein Stück kleiner gemacht und vielleicht auch eher nach innen gewendet als nach außen und uns vielleicht ein bisschen so gut auch gelernt anzupassen.

00:03:32: Das ist kein Zufall dass uns Frauen das passiert noch keine Charakterschwäche!

00:03:36: Das es ein mustalen antrainiertes und auch ein gesellschaftliches Ding.

00:03:40: denn schon im Kindergartenalter werden Mädchen und Jungen unterschiedlich gedeutet.

00:03:48: Also ein wütender Junge gilt schnell eher in Richtung Durchsetzung stark, und wütend das Mädchen eher als zickig oder anstrengend.

00:03:55: Und ja, Mädchen lernen halt häufig Wut passt nicht zu dir also wird sie umgeleitet im Rückzug in Anpassung in Ammonie halten um jeden Preis.

00:04:07: Das nennt man psychologisch sublimation und die Wut wird dann häufig nicht gefühlt, nicht rausgelassen sondern umgewandelt.

00:04:15: Und meistens wird sie ausgedrückt in Traurigkeit also ein Zeichen von Tränen und da wird es spannend.

00:04:24: und ja das hört im Kindergarten nicht auf.

00:04:29: Also es ist tatsächlich Forschungsstand dass Frauen im Schnitt deutlich häufiger weinen generell Aber auch dann in Situationen, in denen sie sich wegen Wut hilflos fühlen.

00:04:46: Nicht weil die Wut da ist sondern weil die keinen anderen Ausweg hat.

00:04:51: und ja das sitzt natürlich tief.

00:04:56: Ich hab da selbst auch jahrelang so Dinge erlebt, die ich gar nicht verstanden habe.

00:05:02: Ich hatte mal einen Partner, wenn da wirklich was Unfaires passiert ist... ...ich mir sehr ungerecht behandelt vorkam.

00:05:08: Da sind mir immer die Tränen gekommen!

00:05:10: Ich habe Rots und Wasser geweint, weil ich traurig war, weil es absolut wütend war.

00:05:14: Aber mein Körper hat die Wut in Träne übersetzt, so wie ich das eben gelernt hatte.

00:05:18: Und mein Ex-Partner hat das komplett falsch gedeutet.

00:05:21: Er dachte, er würde weinen damit er sich schuldig fühlt, weil er mich dann trösten müsste dass ich ihn mit meinen Tränen ein schlechtes Gewissen machen möchte.

00:05:30: Das war eine der frustrierendsten Erfahrungen für mich überhaupt, weil ich ihm eigentlich nur sagen wollte das ist gerade nicht in Ordnung.

00:05:36: Stattdessen bin ich in so einer Ecke gestellt worden als würde ich manipulieren und würde einfach Träden auspacken um die Situation irgendwie zu besänftigen.

00:05:43: und wir haben da komplett aneinander vorbei agiert.

00:05:48: Er hat einen Vorwurf gehört.

00:05:50: Ich habe einen vorwürf gemacht, nur eben mit Drehen statt mit Worten und keiner von uns hat verstanden was da beim anderen wirklich passiert ist.

00:05:57: Und natürlich weiß ich heute das war kein böser Wille Von keinem von uns.

00:06:01: Das war irgendwie ein Muster wie wir gelernt hatten zu agieren Mit Gefühlen umzugehen.

00:06:07: und ja wenn ich es damals gewusst hätte Hätte ich jetzt auch anders gemacht aber hätte Fahrradkette mein Weg war Wein meine Wut irgendwie keinen anderen Weg rausgefunden hat.

00:06:20: Und natürlich gibt es da tatsächlich auch Studien zu und das hört ja nicht im Kindergarten auf, bei Wut wird beim Männern häufig eher als positiv gewertet also auch als Durchsetzung stark kompetent und so um bei Frauen tatsächlich eher negativ.

00:06:38: die sind dann emotional und unprofessionell hysterisch und zickig Und unabhängig davon welche Position die Frau hat.

00:06:47: Eine Forscherin hat dazu mal den Satz gesagt, eine wütende Frau verliert ein Status ganz gleich in welcher Position die ist und da wird dann doch alles klar oder?

00:06:58: Lassen wir das mal sacken!

00:07:00: Wir werden nicht wütend geboren mit dem Gedanken uns klein zu machen.

00:07:03: Wir lernen es einfach Schritt für Schritt durch Blicke, Durchsätze, durch Reaktionen.

00:07:09: Krass,

00:07:10: oder?!

00:07:11: Und ich möchte diese Folge dir einfach heute widmen und dir mitgeben, was mir total wichtig ist.

00:07:21: Nämlich dir zu sagen deine Wut ist vollkommen okay Du darfst wütend sein!

00:07:27: Es ist wichtig Wut zu fühlen sie zu erkennen Sie zu akzeptieren ohne sie sofort zu bewerten oder zu verurteilen so wie wir das ja schon vom außen von anderen gelernt haben.

00:07:39: Das ist schon ein riesiger Schritt, wenn du da ankommst und für mich war das auch einen Riesenschritt, wenn so wie ich jahrelang gelernt hast Wut möglichst gar nicht erst zuzulassen aber wichtig es eben auch sie auszudrücken, sie rauszulassen ihren Weg nach draußen zu geben anstatt sie nur innerlich anzuerkennen und dann doch wieder runterzuschlucken.

00:08:02: Und so sag ich bin total sennen und die zieht einfach aus mir raus.

00:08:12: Deine Wut, die du zwar fühlst aber vielleicht auch nicht zeigs ausdrückst und regulierst.

00:08:16: Die bleibt halt einfach irgendwie drin!

00:08:19: Und vielleicht schaffst du es beim nächsten Mal sie auszudrücken mit einem klaren Wort in dem Moment wo du unfair behandelt wirst.

00:08:28: oder das kann auch über Bewegung sein damit die Energie diese Emotionen körperlichen Weg zur Verarbeitung finden.

00:08:35: Es kann später auch ein Gespräch sein wenn der erste... Wenn sich die erste Wut so'n bisschen gelegt hat Aber zu sagen, was dich wirklich wütend gemacht hat anstatt es einfach abzuhaken.

00:08:46: Und ich glaube du hast auch schon mal gehört... ja chronisch unterdrückte Wut, nicht ausgedrückter Wut so überhaupt bedeutet.

00:08:57: Die steht wirklich in Verbindung mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und auch in Verbindung mit Schlafstörungen, Mankdarmbeschwerden oder Anspannung und psychisch kann das sogar in Richtung depressive Verstimmung oder Ängsten gehen.

00:09:12: also schon freut hat Depression mal als nach Innen gewennete Aggression beschrieben.

00:09:18: Also bitte Wut ist vollkommen in Ordnung.

00:09:24: Du darfst wütend sein und du darfst es ausdrücken Bitte nicht gegen dich selbst richten.

00:09:33: Und da zeigt die Forschung auch tatsächlich, dass Menschen oder eine Kulturen, wo es einfach auch gesellschaftlich akzeptiert ist das Wut ausgedrückt wird, dass man schimpft, anstatt sie runterzuschlucken, dass die tatsächlich ein niedriges Risiko für bestimmte Herzkreislauferkrankungen haben.

00:09:50: und für mich heißt das natürlich Wut wegdrücken Das machen wir nicht mehr.

00:09:55: Das kostet auch sehr, sehr viel Kraft aber das könnte auf Dauer krank machen.

00:09:58: also herzlich willkommen liebe Wut.

00:10:01: du darfst gerne da sein und ich fühle dich Ich schaffe dass ich halte das Und ich drück dich auch einfach aus.

00:10:08: und ich möchte dir noch eine Geschichte erzählen und zwar Eine die so ein bisschen anders ausgeht als mit meinem ex Partner denn ich bin unfassbar dankbar der sich heute jemand an meiner Seite habe der meine Wut halten kann.

00:10:21: Der, wenn mich so was richtig wütend macht und das in der Vergangenheit sind echt ein paar krasse Dinge in unserer Patchwork-Familie passiert die mich wirklich krass wütent gemacht haben.

00:10:30: Und da bin ich immer in Bewegung Ich laufe hin und her und ich fluche und schimpfe und ich stampfe glaube auch mit dem Fuß.

00:10:38: Also hat sich jetzt nicht so viel verändert wie früher als im Kindergarten.

00:10:43: Es rollen auch immer noch Tränen und das ist vollkommen okay.

00:10:46: Beides darf sein, der Unterschied zu früher ist einfach... Ich habe heute jemand in meiner Seite, der das halten kann, denn ich sage jetzt stelle die nicht so an oder so schlimm war das doch nicht?

00:10:56: Oder das meinten die doch ganz anders oder so?

00:11:00: Nee!

00:11:00: Der ist einfach präsent und das hilft einfach schon das auszudrücken und mich selber sich wieder zurückzunehmen und dafür bin ich super dankbar.

00:11:12: Ja, mit meiner Wut trifft ihn auch manchmal.

00:11:15: Vielleicht zufällig gerade da steht oder weil ich mich ungerecht oder unfair behandelt fühle dann Fühlt er sich interessanterweise nicht gleich schlecht oder persönlich angegriffen und Der ist in dem moment wirklich da und lässt das alles erst mal sein Und dass es einfach so ein Riesenunterschied zwischen dem umfeld in dem wud oder Gefühle überhaupt irgendwie Probleme sind und nicht gezeigt werden dürfen, oder wo es einfach gerade da sein darf.

00:11:48: Und ich bin sehr dankbar dass ich diesen Menschen an meiner Seite hab'.

00:11:53: und trotzdem denke ich natürlich oft an das kleine Mädchen zurück, dass im Kinderzimmer stand und dachte auch Ich habe was falsch gemacht!

00:12:03: Ich habe Mama traurig gemacht!

00:12:06: Würdenssein ist nicht richtig.

00:12:09: Ich würde ihr heute gerne sagen, liebe Simone du hast nichts falsch gemacht.

00:12:14: Du warst einfach nur ehrlich mit dem was in dir los war und das lernen wir nicht wieder über Nacht zurück.

00:12:22: aber wir können anfangen indem wir hinschauen wenn Wut in uns hochkommt um sie nicht wegzuschieben sie nicht zu verurteilen bislang vielleicht passiert ist und indem wir ihr Raum geben, sie anerkennen und ja auch ausdrücken.

00:12:37: Und ich möchte gerne noch ein kleines persönliches Wort an meine Mama richten weil die vor oder später wenn sie sich mit der Technik vertraut gemacht hat meinen Podcast sehr wahrscheinlich auch hört.

00:12:48: Liebe Mama!

00:12:48: Ich erinnere mich noch daran wie du damals vor mir gestanden und geweint hast also so wie die Tränen gerollt sind.

00:12:58: Wenn ich daran denke, dann tut es mir heute noch unendlich leid und Ich möchte dass du weißt Diese Wut war nie ging dich persönlich gerichtet.

00:13:07: Ich war einfach unfassbar wütend über die Ungerechtigkeit keine Ahnung was passiert ist Die ich gefühlt habe.

00:13:15: ich wollte einfach zurück in meine innere Mitte Und ja ich konnte diese Wut rauslassen bei dir in diesem Moment und ich mache dir überhaupt gar keinen Vorwurf, wie du damals damit umgegangen bist.

00:13:27: Ich glaube, dass du schon ganz viel... Ja, abgelegt hast und von uns Kindern.

00:13:35: Ich habe noch eine Schwester verangehalten, was dir schon passiert ist oder wie deine Mutter mit dir umgegangen ist.

00:13:42: Und für mich bist du eine ganz tolle Frau die liebste und beste Mama auf der Welt.

00:13:49: und das wollte ich noch dazu sagen bevor wir hier zum Ende der Folge kommen.

00:13:54: und ja meine liebe vielleicht Bist du ein bisschen damit in Resonanz gegangen, was ich erzählt habe oder vielleicht kam dir einige Sachen auch bekannt vor?

00:14:05: Und vielleicht fragen wir uns heute noch mal ganz ehrlich.

00:14:07: Wann haben die das letzte Mal Wut wirklich gefühlt und zugelassen und ihr Raum gegeben und sie ausgedrückt und Was würde sich für uns verändern wenn wir uns das öfter erlauben würden?

00:14:22: Wenn dich dieser Folge ein bisschen bewegt hat oder in Bewegung gebracht hat, dann bleib auf jeden Fall gerne hier.

00:14:28: Hier gibt's zweimal im Monat einen neuen Impuls, neue Geschichten für mutige Frauen und Macherinnen wie dich.

00:14:37: Folge mir auch gerne auf Instagram, auf meinem Profil-Modus, da findest du ein bisschen mehr zu mir Und ich danke dir fürs Zuhören!

00:14:45: Bleib wütend und bis zum nächsten Folge!

00:14:48: Liebe Grüße.

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