#2 MUTMODUS - Die Geschichte, die ich über meinen Körper geglaubt habe
Shownotes
2 MUTMODUS - Die Geschichte, die ich über meinen Körper geglaubt habe
Mit sieben Jahren habe ich gelernt, dass mein Körper ein Problem ist.
Nicht lesen oder schreiben war damals die wichtigste Lektion, sondern die Überzeugung, dass ich falsch bin und verändert werden muss. Eine Geschichte, die mich über 40 Jahre begleitet hat.
In dieser Folge erzähle ich, warum ich jahrzehntelang geglaubt habe, schlank sein sei einfach nichts für mich, weshalb eine Zahl auf der Waage über meine Stimmung und meinen Selbstwert entschieden hat und warum ich mich all die Jahre die falschen Fragen gestellt habe.
Ich nehme dich mit auf meinen Weg zu einer völlig neuen Sicht auf meinen Körper – weg von Kontrolle, Verboten und Perfektion, hin zu Fürsorge, Gesundheit und Selbstannahme. Denn irgendwann habe ich verstanden, dass das Bild, das ich von mir hatte, nie wirklich mein eigenes war.
Außerdem sprechen wir darüber, warum wir Schlanksein so oft mit Attraktivität, Erfolg und Anerkennung verbinden und weshalb dein Wert als Mensch niemals von einer Zahl auf der Waage abhängen sollte.
Diese Folge ist für jede Frau, die sich schon einmal gefragt hat, ob sie gut genug ist. Und vielleicht ist sie genau die Erinnerung daran, dass du freundlich mit der kleinen Version von dir sprechen darfst, die diese Zweifel bis heute mit sich trägt.
Deine Simone
Transkript anzeigen
00:00:10: Ich musste mit sieben Jahren meine allererste Diät machen und das war nur die erste von ganz, ganz viel.
00:00:15: Und weißt du was das Verrückte ist?
00:00:17: Bis heute mit kurz vor der fünftig gibt es Momente in denen dieses siebenjährige Kind in mir immer noch mit entscheidet was ich esse Warum ich erst heute mit über vierzig eine wirklich mutige Entscheidung treffen konnte und was das all mit dieser allerersten um mit allen weiteren die Eltern zu tun hat, das erzähle ich dir in dieser Folge.
00:00:36: Und ich verspreche dir am Ende beantworte ich dir eine Frage, die du dir vermutlich auch schon mal gestellt hast aber nie getraut hast laut auszusprechen.
00:00:43: und damit herzlich willkommen zum Mutmodus meinem Podcast für Macherinnen und mutige Frauen wie dich!
00:00:50: Wer erzählt hier eigentlich gerade?
00:00:52: Ja das bin ich, bin Simone Eine ganz normale Frau.
00:00:56: Ich bin noch siebenundvierzig Jahre alt, bin Mama eines neurodivergenten Teenies, bin selbstständige Unternehmerin und lebe in einer Patchwork-Familie, habe Hunde Und meine Herzensangelegenheit ist es, Menschen zu stärken und mutig zu machen.
00:01:12: Und genau von diesem Thema das mich schon fast mein ganzes Leben lang begleitet und mich sehr viel Mut kostete und kostet möchte ich dir heute erzählen.
00:01:22: also Ich war sieben Jahre alt Sieben.
00:01:26: In diesem Alltag lernst du gerade erst richtig lesen und schreiben.
00:01:30: weißt Du was ich gelernt habe?
00:01:32: Dass mein Körper ein Problem ist dass gelöst werden muss.
00:01:35: Ich erinnere mich noch ganz genau an das Gefühl, also gar nicht so sehr an die Worte was zu mir gesagt wurde sondern an das, was in mir passiert ist.
00:01:44: Als ich das eben gehört habe du bist zu dick wir müssen da etwas verändern und du machst jetzt Diät!
00:01:49: Ich war ein Kind, ich hatte noch gar keine Ahnung was und wie ein Körper überhaupt sein darf und sollte und schon bekam ich die erste Antwort darauf meiner ist falsch.
00:01:59: und hier ist die Frage die ich dir stellen möchte, ganz ehrlich.
00:02:05: Wie alt warst du?
00:02:05: Also zum ersten Mal gedacht hast so mit mir stimmt irgendwas nicht also da könnte noch was besser sein.
00:02:11: Ja ab diesem moment hatte Ich auf jeden fall eine geschichte über mich selbst Die ich seitdem mit mir herum trage mal mit mehr gewicht und mal mit weniger nämlich diese ich bin halt einfach dick.
00:02:24: Nicht ich habe vielleicht ein paar kilo mehr oder keine Ahnung, sondern das bin ich eben und das ist meine Identität.
00:02:31: Und dieser Satz hat sich in mir festgesetzt wie ein Stempel der es mit mir groß geworden.
00:02:36: Der saß mit mir am Ess-Tisch, vierzig Jahre lang.
00:02:40: Der stand mit mir vorm Spiegel.
00:02:42: Der sah's mit mir in jeder Umkleide-Kabine in den nächsten vierzig Jahren.
00:02:46: Vierzig Jahre stellte das mal vor.
00:02:48: Vierzig Jahre lang einen Satz eine Geschichte den ein Erwachsener zu einem Kind gesagt hat, die jetzt mitentscheiden wie dieses Kind, wie diese Frau später über sich selbst und ihren Körper denkt.
00:03:02: Und wenn ich jetzt mal alle Diäten aufzähle, die danach gekommen sind und gegangen sind werden locker eine komplette Folge dafür.
00:03:09: also ihr kennt sie alle von Brigitte über Ananas- und Kohlsuppendiät auf irgendwie Shakespeare trinken WW, Herber Life, Ernährungscoaches.
00:03:21: Keine Ahnung.
00:03:21: also es gibt so viele Dinge die natürlich kurzfristig auch helfen in das Ergebnis.
00:03:26: weil mal dasselbe ich habe natürlich abgenommen und jedes Jahr wieder drauf.
00:03:33: also jedes Mal manchmal kürzer manchmal länger aber jedes einzelne Mal kam es wieder drauf und das war nicht das Schlimmste.
00:03:39: Das Schlimmmste war irgendwann, dass ich fest davon überzeugt war, dass Schlangsein einfach nicht für mich gemacht ist.
00:03:44: Es ist mir nicht gegeben!
00:03:46: Dass eine Tatsache über mich, dass keine Geschichte die mir irgendwie erzählt wurde sondern...das ist einfach so.
00:03:51: Und ich habe diesen Satz auch nie hinterfragt Über vierzig Jahre nicht.
00:03:56: Ich hab eben immer geguckt So hey, ne?
00:03:59: Ich weiß ich bin zu dick, muss halt gucken, dass sich irgendwie schlankerbleibe und das Problem im Griff halte.
00:04:07: Deswegen bin ich über die Jahre jeden Morgen auf die Waage gestiegen, jeden einzelnen Morgen.
00:04:13: Und kennst du das?
00:04:13: dieser erste Blick am Morgen noch bevor du überhaupt richtig wach bist?
00:04:16: Noch bevor du Wort gesprochen hast und schon entscheidet eine Zahl wie dein Tage wird?
00:04:23: Ja, Ich habe lange gebraucht um zu verstehen warum ich das wirklich gemacht habe.
00:04:27: es ging natürlich vordergründig darum die Kontrolle zu behalten irgendwie diese Kontrolle zu haben, das Gewicht irgendwie im Griff zu haben.
00:04:37: Das hat sich natürlich sicher angefühlt aber tatsächlich ging es eigentlich nur darum mein Nervensystem zu beruhigen.
00:04:44: und ja ich war das eben gewohnt!
00:04:48: Ich war das mit der Zeit einfach so gewohnd weil das musste wir in allen Programmen machen täglich wiegen und dann nicht jedes Gewicht irgendwie dir zu Herzen nehmen, sondern dann durchschnittswerte bilden und gucken ob es in die richtige Richtung geht.
00:05:02: Aber hey!
00:05:03: Die bittere Wahrheit ist dieser einzelne zahl hat jeden tag entschieden wie der ganze Tag war also zeigte die mehr an.
00:05:09: ja Dann war der tach schon irgendwie gelaufen.
00:05:12: Ich habe mich auch wenn ich das nicht wollte irgendwie bestraft hab mir Dinge verboten Und dass hat irgendwie dazu geführt da sich dann irgendwann dann doch wieder heißungen auf irgendetwas bekommen habe.
00:05:22: und Ja, das war so ein Toffizkreis irgendwie der sich immer mal wieder eingeschlichen hatte.
00:05:29: Und wenn das Gewicht gut war, war ich halt eben auch gut drauf und da ging so.
00:05:33: meine Stimmung hing wirklich an dieser Zahl auf dem Display ab.
00:05:37: Auch irgendwie mein Wert!
00:05:39: Ich überlasse einem Stück Technik aus Plastik und Metall die Entscheidung ob ich mich heute selbst lieben darf oder nicht?
00:05:46: Wenn ich das so ausspreche könnte ich schreien weil das einfach absolut absurd ist und ich weiß... Das machen so viele.
00:05:56: Er hat mir jahrelang auch Lebensmittel verboten.
00:05:59: Also Gurken waren okay und Beeren und so, aber zum Beispiel Kirschen und Bananen die nicht weil sie hatten zu viele Punkte.
00:06:10: also ich will jetzt kein Programm schlecht machen dass die haben alle ihre Daseinsberechtigung und ja.
00:06:15: Aber ich frage mich heute was macht das mit einem Menschen wenn eine Banane zu deinem Feind wird?
00:06:20: Also eine banane Eine eigentliche sehr harmlose Frucht Und ich habe die behandelt wie ne Bedrohung Und ich habe gemerkt, ich hab mir ja zehntelang die falschen Fragen gestellt.
00:06:35: Ich hab mich gefragt was denken die anderen über mich?
00:06:37: Bin ich gut genug passig in den Normen?
00:06:38: Schlank ist schön.
00:06:39: also wie krieg ich mein Körper jetzt schlank?
00:06:41: Wie trainiere ich ihn so dass es am besten passt Dass mein Bauchspeck verschwindet?
00:06:45: wie verbrenne ich die Kalogierien die ich jetzt gerade gegessen habe?
00:06:49: Das waren so meine Fragen Jahrzehnte lang und diese Fragen haben mich in dieser Endloschleife geschickt.
00:06:53: nach jeder Zunahme wieder neues Programm wieder von vorne Und das hat auch jahrelang gut funktioniert oder halt eben nicht, weil sonst hätte ich ja nicht immer wieder neu starten müssen.
00:07:06: Aber das funktioniert mit achtundvierzig einfach gar nicht mehr!
00:07:10: Mein Körper verändert sich also... Ich habe es trotzdem mal wieder gemacht und jetzt.... Ja Weißt du eigentlich, wie man das nennt?
00:07:20: Wenn man immer das Gleiche macht und ein anderes Ergebnis erwartet.
00:07:24: Genau!
00:07:24: Das ist irgendwie Wahnsinn!
00:07:26: Und ich habe verstanden.
00:07:28: keine dieser Fragen die hatten jeweils mit mir zu tun.
00:07:30: Die hatten mit einem Bild zu tun dass sich über mich in meinem Kopf hatte was mir quasi jemand anders in den Kopf gesetzt hat.
00:07:38: Und dann habe ich einfach angefangen und überlegt, hey!
00:07:42: Ich muss mir andere Fragen stellen.
00:07:43: nicht wie werde ich schlank?
00:07:45: Sondern wie nähere ich meinen Körper?
00:07:47: Wie halte ich ihn stark gesund?
00:07:49: Wie sorg' ich gut für ihn?
00:07:51: Nicht damit er in ein Bild passt oder damit ich dir gefalle sondern damit er mich durch mein Leben trägt.
00:07:58: Das klingt so banal das ist es aber nicht denn das is eine völlig... andere neue Beziehung zu mir selber.
00:08:06: Und die eine Frage, oder die Fragen, die ich mir vorher gestellt habe, die kamen aus Kontrolle und Angst.
00:08:14: Das ist jetzt das erste Mal, dass sich mir so eine Frage aus Fürsorgestellung ganz ehrlich diese Frage, die schickt mich nicht jedes mal wieder in so ne Schulspirale.
00:08:25: Was hab' ich jetzt schon wieder gegessen?
00:08:29: muss das wieder rausholen und war das überhaupt gut.
00:08:32: Und neulich hatte ich Lust auf was Süßes, und früher hätte ich mich erst mal durch die ganzen Gemüsesorten gegessen um irgendwie den Hunger, den Heißhunger wegzukriegen, was nicht funktioniert hätte.
00:08:46: dann hätte ich trotzdem was Süsses gegessen.
00:08:48: und weil ich dann gedacht hätte oh jetzt ist eh schon scheiß egal du hältst es eh nicht durch, du bist eh die dicke habe ich's halt noch weiter gegessen.
00:09:00: Was ich jetzt gerade gegessen habe, du erregst es nicht.
00:09:04: Eine Banane!
00:09:06: Und nicht mit zwei Komma fünf abgewogenen Gramm Nusmus wie's früher in irgendeiner App gestanden hätte sondern ein fetter Löffel drüber und ein paar Zeitbitter Schokostückchen oben drauf.
00:09:18: Weißt Du was?
00:09:19: Das war total lecker das war gesund das war... Ich hab schon fast vergessen wie Bananen schmecken Und das hat sich einfach angefühlt, wie.
00:09:31: ich bin mir das wert.
00:09:34: Das ist so ein Satz den die Siebenjährige in mir nie gehört hat und den ich mir jetzt mit siebenundvierzig endlich mal selber sagen darf.
00:09:45: Ich merke gerade dass so viele Freundinnen und Bekannte anfangen die Abnehmensspritze zu nehmen und ich unterstütze das absolut!
00:09:53: Denn ich weiß doch selber, spätestens wenn man in so ein Alter kommt und man schon so vieles probiert hat.
00:10:00: Und wenn die eigene Identität und die eigenen Überzeugungen einem selbst im Weg stehen Wenn sich über Jahre falsche Routinen eingeschlichen haben dann ist das einfach so unfassbar schwer!
00:10:12: Dann hat es auch nichts mit Disziplin zu tun und braucht nicht eben nur mehr guten Willen sondern wirklich solche Unterstützung.
00:10:19: Trotzdem stelle ich mir gleichzeitig auch die Frage die ich mir selbst nicht ersparen möchte.
00:10:25: Wer macht das wirklich für die eigene Gesundheit und wer macht es, weil man dann gesellschaftlich einfach akzeptierter ist?
00:10:31: Weil Schlang sein immer noch mit Schönheit, Erfolg, Disziplin und Attraktivität gleichgesetzt wird!
00:10:38: Und ich glaube ehrlich wir leben in einer Welt... Die Frauen so ab vierzig erzählt dass sie jünger aussehen sollten, straff war sein sollten wie sie altern sollten, das Gebotox werden sollte und wer das nicht macht.
00:10:55: Und einfach alt hat der wird in Hollywood schon angeprangert.
00:10:59: Dann wundern wir uns warum so viele von uns in Selbstwert an Sachen wie eine Zahl auf einer Waage oder einen Zuspruch von anderen klammern.
00:11:11: Ich glaube es lohnt sich wirklich ehrlich mit sich selbst zu sein und zu gucken, aus welchem Grund mache ich eigentlich die Dinge, die ich tue.
00:11:25: Warum ist mir das gerade wichtig?
00:11:27: Und... Ist es wirklich will-ich-das?
00:11:33: Will-Ich-Das!
00:11:37: Ich hatte dir ja am Anfang versprochen eine Frage zu beantworten, die du dich vielleicht nie getraut hast, sie lautzustellen.
00:11:44: Darf ich aufhören meinen Wert an mein Gewicht zu knüpfen auch wenn ich nicht schlank bin?
00:11:50: Meine Antwort nach vierzig Jahren ist ja.
00:11:53: Nicht weil das Gewicht plötzlich egal ist oder so, sondern weil mein Wert und auch dein Wert als Mensch nie an einer Zahl hätte hängen dürfen, niemals!
00:12:02: Und ich habe für mich beschlossen... Ich steige einfach nicht mehr täglich auf die Waage, ich will das nicht mehr kontrollieren.
00:12:08: Ich will lernen ehrlich und liebevoll mit mir umzugehen gerade wenn es um eine Ernährung geht.
00:12:14: Ich möchte möglichst gesund leben, mich gut ernähren aber eben ohne Verbote.
00:12:19: Ich möchte mir nichts verbieten, also Balance ist the key.
00:12:22: Ja natürlich!
00:12:26: Ich möchte sportlich aktiv bleiben und ich weiß noch nicht genau was sich da in meinem Weg noch verändere.
00:12:32: Ich bin gerade mittendrin das für mich auch herauszufinden.
00:12:38: und meine Hose hier wie ich so sitze Die sitzt auch gerade schon locker.
00:12:44: Und weißt du was, ich werde jetzt aber nicht auf die Waage steigen um nachzusehen ob es am Gewicht liegt oder ob die Hose einfach ausgelayert ist.
00:12:50: da könnte auch sein und genau das ist eigentlich der Fortschritt nicht die Zahl oder so oder die die lockere Buchse sondern dass es mir jetzt einfach mal egal sein darf Und wenn du gerade auch so eine Siebenjährige in dir trägst, die immer noch mitentscheidet was du ist wie du aussehst.
00:13:10: Wie viel Raum du dir nimmst, wieviel du wert bist dann ist das hier meine Einladung an dich.
00:13:16: Sprich heute noch einmal wirklich freundlich mit ihr denn sie hat es verdient!
00:13:22: Ich freue mich sehr dass du zugehört hast und hoffe dass wir uns bei der nächsten Folge wieder hören.
00:13:29: bis dahin wünsche ich dir alles.
00:13:32: alles Liebe.
00:13:33: bleibt auf jeden Fall mutig Und bis bald!
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